Die Eiskönigin

Ich bin die weiße Königin. Bekleidet mit einem weißen Kleid, einem weißen Schleier, habe weiße, lange Haare. Meine Gegenspielerin ist die schwarze Königin. Mein dunkles Ebenbild.
Wir befinden uns in einer leeren Tiefgarage, wenig Licht, dreckig, grau. Wir liefern uns eine Jagd; sie verfolgt mich und ich renne weg, aber sie ist dicht hinter mir, genauso schnell wie ich. Auf den Boden ist ein leuchtender Kreis gemalt, in den ich hineinlaufe - irgendetwas hält mich fest, unsichtbare Wände, ich kann nicht wieder hinaus.
Sie steht etwas abseits und schaut mich an, wir liefern uns ein stummes Gefecht. Es geht über in einen Schwall von Zaubern und Zaubersprüchen, die wir uns entgegenschleudern. Ihr Kleid weht. Ich mache einen Fehler - oder auch nicht, jedenfalls weiß ich, ich habe verloren. Sie hat mich. Ich kann mich nun nichtmal mehr innerhalb des Kreises bewegen, ich bin festgefroren. Sie hat mir einen Zauber auf den Hals gejagt, der mich langsam von den Füßen aufwärts einfrieren lässt. Oder einzementieren? Ich weiß es nicht, merke keinen Unterschied. Ich kann nichts mehr tun, nur fühlen, wie sich meine Füße versteifen, dann meine Waden, dann meine ganzen Beine, ich kann micht nicht mehr bewegen. Es kriecht höher und höher, bis zu meiner Brust und ich kann nicht mehr atmen. Es erreicht mein Gesicht und mein Blick wird trüb, dann sehe ich nichts mehr.
Es ist das Ende.
9.2.11 01:34
 


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